Verbotene Namen

Namen sind immer im Wandel - es kommen komplett neue Namen hinzu, alte Namen verschwinden im Nirvana und tauchen plötzlich 50 Jahre später wieder in den Hitlisten auf. Alle paar Jahrzehnte lassen sich gewisse Trends ausmachen, die kommen und gehen. Aber fernab dieser Trends versuchen einige Eltern auch ganz besondere und individuelle Namen zu kreieren. Doch wo liegt eigentlich die Grenze und was ist gerade noch erlaubt?

Generell können Eltern bei der Namensgebung natürlich frei entscheiden. Das Standesamt entscheidet dann, ob der Name zugelassen oder abgewiesen sind. Das Standesamt arbeitet dabei mit der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zusammen, die solche Namen im Ernstfall prüfen. Dabei steht das Kindswohl an erster Stelle. Das bedeutet: Wenn ein Vorname deutliches Potenzial für Hänseleien bietet, das Kind bloßstellt oder sozial benachteiligt, wird er abgelehnt. Wer seinen Namenswunsch dennoch durchsetzen möchte, muss vor Gericht ziehen. Die Chance auf Erfolg ist jedoch äußerst gering, denn die deutschen Gerichte haben fast immer denselben Standpunkt wie das Standesamt. Bei seltenen ausländischen Namen kann es hin und wieder auch zu Problemen kommen. Gleiches gilt auch immer wieder bei geschlechtsneutralen Vornamen. Hier wäre die einfachste Lösung, indem man einen geschlechtsspezifischen Zweitnamen wählt.

Hier findet ihr nun eine Liste von durch Standesämter abgelehnten Vornamen aus der Vergangenheit: Pfeffeminze, Atomfried, Stone, Nelkenheini, La Toya, Waldmeister, McDonald, Lord, Grammophon, Jenevje, Agfa, Puppe, Verleihnix, Sonne, Bierstübl, Venus, Frieden Mit Gott Allein Durch Jesus Christus, Megwanipiu, Jürgenson, Lenin, Satan, Judas, Rosenherz, Gucci, Holgerson, Pain, Hummer, Pillula, Tom Tom, Mechipchamueh, Superman, Whisky und Borussia.

Wie viele Vornamen darf man haben?

Über die Frage nach der Anzahl der möglichen Vornamen gibt es einen Gerichtsentscheid vom OLG Düsseldorf. Dort klagte eine Mutter, die ihrem Sohn zwölf Vornamen geben wollte und vom Standesamt abgelehnt wurde. Es handelte sich dabei um "Chenekwahow, Tecumseh, Migiskau, Kioma, Ernesto, Inti, Prithibi, Pathar, Chajara, Majim, Henriko und Alessandr".

Das Gericht hat die Namenswahl ebenfalls abgelehnt, das es nicht dem Kindswohl entspricht. Das Kind müsse sich zum Einen die komplizierte Schreibweise und Reihenfolge selbst merken und würde in der Öffentlichkeit damit auch immer wieder auffallen. Durch die hohe Anzahl an Vornamen verfällt außerdem die Selbstidentifikation mit dem eigenen Namen. Das Gericht hat am Ende die ersten 5 Vornamen zugelassen.

Der längste Vorname in Deutschland

Der bisher längste vergebene Vorname in Deutschland lautet "Esenosarumensemwonken" (21 Zeichen), er wurde 2011 zugelassen. Dieser Name ist jedoch keine Erfindung - er kommt aus Nigeria.



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